Zobtener Straße und Richard-Kolkwitz-Weg
Einordnung im Radverkehrsnetz: Vorrangnetz und Teil der Radbahn U5
Status: Ohne Brücke in der BVV Lichtenberg am 10.12.2020 beschlossen.
Aktuelle Situation
Vorschlag für die Verbindung des viel genutzten TR4 mit einer Fußgänger- und Radbrücke über die Treskowallee. Die Machbarkeitsstudie zur Radbahn U5 bescheinigt die Umsetzbarkeit. Die Brücke wird als Vorteilsvariante bei Kosten von ca. 4 Mio EUR betrachtet.
Updates
Die Fahrradstraße Hönower Weg ist umgesetzt.
Für die Umsetzung der Radbahn U5 in Lichtenberg fehlt der Abschnitt des Richard-Kolkwitz-Wegs bis zur Treskowallee. Das Grundstück gehört derzeit noch der Deutschen Bahn.
Hierzu gibt es bestes Behörden Ping-Pong:
„Das Bezirksamt bittet die Bezirksverordetenversammlung, Folgendes zur Kenntnis zu nehmen:
Mit der Umsetzung bzw. Erweiterung der Fahrradstraße am Hönower Weg hat das Bezirksamt Lichtenberg bereits einen wesentlichen Beitrag zur Weiterführung der sogenannten „Radbahn U5“ geleistet.
Ein weiterer Abschnitt der Radbahn U5 soll über Flächen der Deutschen Bahn (DB) geführt werden. Vor diesem Hintergrund steht das Bezirksamt seit längerem mit der DB in Kontakt, um auf Grundlage eines Gestattungsvertrags die Planung und den Ausbau der Radbahn U5 im Abschnitt zwischen der Friedenshorster Straße und der Treskowallee weiterzuführen, auch wenn aus Sicht des Bezirkes die Verantwortung für dieses überbezirkliche Projekt bei der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt liegt. Ein entsprechender Vertragsentwurf liegt der DB bereits seit Ende 2022 vor.
Trotz mehrfacher Kontaktaufnahmen und Gesprächsanläufe konnte bislang kein entscheidender Fortschritt erzielt werden.
Die DB macht ihre Bereitschaft zur Überlassung der benötigten Flächen von der Vorlage einer konkreten Gesamtplanung abhängig. Das Bezirksamt sieht jedoch davon ab, eine weitergehende Planung – einschließlich der Beauftragung kostenintensiver Gutachten (z. B. Baugrunduntersuchungen) – ohne eine grundsätzliche Zusage der DB voranzutreiben. Andernfalls bestünde die Gefahr, personelle und finanzielle Ressourcen zu binden, ohne eine hinreichende Erfolgsaussicht. Eine vertiefte Planung wird daher erst dann aufgenommen, wenn eine grundsätzliche Bereitschaft der DB zur Flächenbereitstellung vorliegt.
Ein beispielhafter Querschnitt sowie eine Baubeschreibung wurden vom Bezirksamt bereits erarbeitet und der DB zur Verfügung gestellt; diese Unterlagen reichten den Zuständigen der DB jedoch bislang nicht aus, um eine entsprechende Entscheidungsgrundlage seitens der DB herbeizuführen.
Unabhängig davon ist ein wesentlicher Teil der Radbahn U5 im Bezirk Lichtenberg bereits nutzbar: Über die Friedenshorster Straße besteht eine Anbindung über die Sewanstraße und die Treskowallee mit Anschluss an den Richard-Kolkwitz-Weg.
Aufgrund der überbezirklichen Bedeutung des Projekts hat die zuständige Bezirksstadträtin in der Sitzung der Steuerungsrunde am 26. Juni 2025 angeregt, dass die infraVelo Berlin eine Planung für die Asphaltierung des betreffenden Abschnitts prüft, da die DB eine weitergehende Befassung mit der Flächenfrage von einer konkreten Planung abhängig macht. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) äußerte hierzu Bedenken, insbesondere wegen der fehlenden Querungsmöglichkeit der Straßenbahn an der Treskowallee.
Nach interner Abstimmung erhielt das Bezirksamt am 18. Dezember 2025 folgende Rückmeldung von der infraVelo: „Wir als infraVelo haben im Auftrag der SenMVKU für die Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf eine Machbarkeitsuntersuchung für die Radbahn U5 durchführen lassen, die nach den Standards einer Radvorrangroute entlang der Strecke der U5 zwischen Bahnhof Ostkreuz und U-Bahnhof Hönow verlaufen soll.
Die Machbarkeitsuntersuchung wurde im August 2023 abgeschlossen, …. Gegenstand der MU war ein 8,0 m breiter Geh- und Radweg, wo der Radverkehr und der Fußverkehr getrennt geführt werden (4,0 m Zweirichtungsradweg, 1,0 Trennstreifen, 3,0 m Gehweg).
An der Grenze zwischen den Bezirken Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf sollte die geplante TVO die U-Bahn Gleise und den bestehenden Geh- und Radweg westlich des U-Bahnhofs Biesdorf-Süd mit einem Brückenbauwerk überqueren, das lediglich 3,90 m für einen Geh- und Radweg wie im Bestand vorsieht. Eine Möglichkeit, diesen zukünftig zu verbreitern, gabt [!] es in den Planungen nicht. An dieser Stelle wissen wir nicht, inwieweit die aktuelle Planung der TVO diese Verbreitung ermöglicht.
Daneben gab es in der schriftlichen Anfrage S19-16370.pdf zwischen den Bezirken Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf verschiedene Auffassungen, wer nun die weiteren Planungen anstoßen soll. Der Senat hat damals entschieden, dass die Federführung bei den Bezirken liegt mit der Begründung, dass die Radbahn U5 nicht als übergeordnete Radwegeverbindung anzusehen ist und damit durch die Bezirke umgesetzt werden müsste. Der Standpunkt, dass die Bezirke die Planungen nun weiter voranbringen müssten, hat sich für die SenMVKU an sich nicht geändert. Insofern haben wir dafür aktuell kein offizielles Mandat, etwas voranzutreiben.“
Die Finanzierung der Machbarkeitsstudie sowie die Beauftragung der infraVelo mit der Durchführung der Machbarkeitsstudie für die Radbahn U5 durch die SenMVKU verdeutlicht, dass die fachliche Zuständigkeit für das Vorhaben auf Senatsebene liegt, während für die betroffenen Bezirke keine ergänzenden finanziellen oder personellen Ressourcen für die anschließende fachliche Bearbeitung und Umsetzung zur Verfügung gestellt worden sind.
Zur Klärung der offenen Zuständigkeits- und Verfahrensfragen und zur Vermeidung weiterer Verzögerungen („Behörden-Ping-Pong“) wurde verabredet, dass infraVelo zu einem gemeinsamen Austausch unter Beteiligung des Bezirksamts Lichtenberg, des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf, der SenMVKU sowie der Deutschen Bahn einlädt.“